10 Praxis-Tipps

Nachhaltige Ernährung – Mit einfachen Schritten zu mehr Umweltschutz

Wer sich vorwiegend biologisch, saisonal ernährt und beim Erzeuger in der Nähe einkauft, hilft seiner Gesundheit, der Umwelt und unserem Planeten. Das Tolle dabei ist: Eine nachhaltige Ernährung funktioniert schon mit kleinen Veränderungen beim Lebensmitteleinkauf und dem Essverhalten. Hier kommen Tipps für eine schrittweise Umstellung zu einer nachhaltigen Ernährung!

Schon seit längerem wissen wir, dass die Ernährung einen großen Einfluss auf das Klima und die Umwelt hat. Durch die Produktion, den Transport, den Einkauf und die Lagerung der Lebensmittel werden viel Energie verbraucht, jede Menge Treibhausgase in die Erdatmosphäre geblasen und reichlich Müll produziert. Das alles kann die Umwelt belasten, die Erderwärmung vorantreiben und die Natur zerstören.

Durch einen bewussten Einkauf und Ernährung können Sie ganz aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es ist gar nicht so schwer damit anzufangen. Schon kleine Schritte bewirken Großes.

Mit diesen 10 Tipps können Sie Ihre Ernährung nachhaltig umstellen:

Einfache und kluge Einkaufs- und Speiseplanung

Für den Start in eine nachhaltige Ernährung ist eine clevere Einkaufs- und Speiseplanung für ein paar Tage oder für die gesamte Woche sehr hilfreich. Mit einer gewissen Organisation lässt sich das Essen und Trinken ausgewogen und nachhaltig gestalten. So wird der Einkauf einfacher und Zutaten können in mehreren Mahlzeiten verwendet werden. Vor dem Einkauf ist es empfehlenswert eine Einkaufsliste zu schreiben und den Kühl- und Vorratsschrank zu checken. So landen keine unnötigen Dinge in den Einkaufswagen.

Nachhaltig Leben fängt beim Einkauf an

Überlegen Sie sich vorher, wo Sie einkaufen und wie Sie einkaufen gehen Schauen Sie in Ihrer Gegend, ob Sie einen Bio-Supermarkt, Wochenmarkt, Hofladen oder einen Abo-Kisten-Lieferant in der Nähe haben. Ist kein Bio-Laden in Ihrer Nähe gibt es sicherlich auch Bio-Produkte oder regionale Lebensmittel in Ihrem Supermarkt. Packen Sie in Ihre Tasche Leinen- und kleine Stoffbeutel für loses Gemüse, Obst und Brötchen ein. Diese vermeiden überflüssige Plastikbeutel und können immer wieder verwendet werden. Wer mit dem Rad oder zu Fuß zum Einkaufen geht, spart zudem Energie, CO2 und tut gleich etwas für die Gesundheit. Fragen Sie doch in Ihrer Nachbarschaft nach Gleichgesinnten und erledigen Sie Ihren Wocheneinkauf in einer Fahrgemeinschaft.

Bio-Produkte bevorzugen

Greifen Sie bevorzugt zu biologischen Lebensmitteln! Der Bio-Anbau ist eine besondere Form der Landwirtschaft, die möglichst umwelt- und ressourcenschonend handelt. Der ökologische Landbau trägt damit zum Umweltschutz und zur Artenvielfalt bei. So kommen Bio-Lebensmittel ohne Gentechnik, chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, Geschmacksverstärker und chemische Aromen aus. Bio-Landwirte halten die Tiere artgerecht und verzichten auf Futtermittel-Importe aus Entwicklungsländern. Die Bio-Tiere erhalten ökologisches Futter aus einem ausgewogenen Betriebskreislauf durch flächengebundene Tierhaltung. Mittlerweile gibt es in fast jedem Supermarkt Bio-Lebensmittel zu kaufen. Achten Sie hier auf das EU-Bio- und die verschiedenen Verbands-Siegel.

Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel

Schätzungen zufolge werden etwa 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen durch Lebensmittelproduktion und -konsum verursacht. Insbesondere die Herstellung von Fleisch, Wurst und tierischen Produkten wie Milch, Butter und Käse ist stark daran beteiligt. Aus diesem Grund ist viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte als Großteil einer nachhaltigen Ernährung zu bevorzugen. Wenn Sie Fleisch und Milchprodukte kaufen, dann am besten in Bio-Qualität, so meiden Sie Produkte aus der Massentierhaltung.

Regionale Erzeugnisse nutzen

Beim Einkauf im Supermarkt können Sie auch auf die Herkunft der Lebensmittel achten. Überlegen Sie sich genau, ob Sie unbedingt die Avocado, Kokosmilch oder Ananas brauchen oder ob es auch Alternativen dafür gibt. Kaufen Sie lieber Lebensmittel aus der heimischen Umgebung. Auch Trockenware, Molkereiprodukte und Fisch müssen nicht unzählige Kilometer durch die Gegend gefahren werden. Hier gibt es immer Produkte die regional hergestellt werden. Auf den meisten Verpackungen oder Etiketten wird der Ursprung angegeben. Übrigens: Eine Abo-Kiste von Höfen der Umgebung, Hofläden oder eine Food-Kooperative sind weitere Möglichkeiten, um Landwirtschaftsprodukte ins Haus zu holen und die ökologische sowie ansässige Landwirtschaft zu fördern.
Hier finden Sie eine Karte mit Einkaufsmöglichkeiten in Ihrer Umgebung.

Saisonale Lebensmittel kaufen

Neben der regionalen Herkunft ist die Saison ein Faktor für die nachhaltige Ernährung. Wenn Sie Produkte nach dem Saisonkalender einkaufen und Lebensmittel auswählen, die bei uns gerade wachsen, müssen diese nicht um die halbe Welt reisen. Durch die kurzen Transportwege wird der Ausstoß von klimaschädlichen CO2 erheblich reduziert. Außerdem besitzen die saisonalen Produkte aus der Heimat noch den vollen Geschmack und reichlich Vitamine, da sie reif geerntet werden. So sind der Äpfel im Juni, Erdbeeren im Dezember oder Tomaten im März nicht die beste Wahl für einen nachhaltigen Einkaufskorb.

Bevorzugung unverarbeiteter und wenig verpackte Produkte

Je mehr die Lebensmittel verarbeitet sind und gekühlt bzw. tiefgekühlt werden müssen, desto mehr Energie wird verbraucht. Deswegen ist das Kochen mit frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln empfehlenswert. Die Frischkost ist dazu auch noch gesund, enthält mehr Vital- und keine Zusatzstoffe. Zudem sind heutzutage viele Lebensmittel mit viel Plastik umhüllt oder aufwendig verpackt. So wächst der Berg an Müll. Unsere Umwelt und das Meer leiden extrem darunter. Aus diesem Grund können auch Kunststoffverpackungen gemieden werden. Favorisieren Sie lieber Mehrweg- sowie Papierverpackungen oder kaufen Sie lose Ware zum Beispiel im Unverpacktladen.

Genussvolle und gesunde Speisen

Zu einer nachhaltigen Ernährung gehören genussvolle und einfache Rezepte, am besten aus Grundnahrungsmitteln und unverarbeiteten Lebensmitteln. Dafür müssen Sie nicht den ganzen Tag am Herd stehen. Es gibt zahlreiche Gerichte die nicht aufwändig sind, nur wenige Zutaten benötigen und der ganzen Familie schmecken. So lässt sich eine klimafreundliche und bewusste Ernährung lecker umzusetzen.

Müllvermeidung zu Hause

Lebensmittelverschwendung ist ein echtes Problem und weit verbreitet. Damit Sie beim Einkaufen wissen, was Sie wirklich brauchen, ist ein Einkaufszettel und ein Blick vorher in den Vorrats- und Kühlschrank sinnvoll. Auch durch die richtige Lagerung bleiben Lebensmittel länger frisch und müssen nicht vorzeitig in den Müll. Auch nach dem Kochen landen gerne Essensreste im Kühlschrank und sind dann meist so lange dort, bis sie leider in den Abfall landen. Das muss nicht sein. Mit Kartoffelbrei, gekochtem Reis, Linsen oder gegartem Gemüse können Sie neue Speisen zubereiten. So lassen sich daraus Salate, Suppen, Schupfnudeln, Bratlinge oder Pfannengerichte zaubern. Bevor Sie Lebensmittel in den Müll werfen, checken Sie neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum auch die Optik, den Geruch und Geschmack. Denn auch schon abgelaufene Produkte sind essbar und können noch verwendet werden. Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne!

Umweltfreundlich Trinken

Trinken ist lebensnotwenig! Die einfachste Möglichkeit, den Durst zu löschen ist Leitungswasser zu trinken. In Deutschland ist Leitungswasser besonders gut kontrolliert und absolut trinkbar. Wer es mit Kohlensäure mag, kann einen Wassersprudler verwenden. Mit aromatisiertem Wasser mit Kräuter und Obst, kommt keine Langeweile auf. Zudem können für unterwegs Mehrweg-Trinkflaschen aus Glas oder eigene To-go-Becher benutzt werden.

Viel Spaß beim Umstellen der Ernährung!